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Samstag, 18. September 2010
stark machen
savoytruffles, 20:51h
Auch mal eine gute Nachricht:
http://www.machen-wir-uns-stark.at/content/site/appell/index.html
schneeeeell!
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Freitag, 17. September 2010
Hundekot bis in den Tod
savoytruffles, 11:38h
Ich bin ja eigentlich eher ein Katzentyp. Auch vom Ding her, na… also rumliegen, essen, ein bisserl spielen, streicheln. Falls's wer kennt, Christine Nöstlinger, der kleine Herr Teufel, das hat schon was für sich, das Katzenleben.
Und Hund. Naja. Da gehört schon viel Liebe dazu denk ich mir, wenn ich die Herrerl und Frauerl seh, bei jedem Wetter an Strassenecken stehen, während der Bello seine Nase an Fremdurin reibt. Wieso kastriert man Hunde eigentlich nicht?
Zum Glück hat sich ja in den letzten Jahren durch einen unglaublichen Kraftaufwand auch in Wien was getan in Hinsicht saubermachen. Weil vor zehn Jahren waren wir, gefühlt, das Schlußlicht der westlichen Welt was den Umgang mit men's best friend's Stoffwechselprodukt betrifft. Fünfundvierzigtausend angemeldete Hunde – "Dunkelziffer gigantisch". Da erinnerte jeder Gang zum Supermarkt an Cross-Country im Minenfeld.
Mittlerweile wie gesagt ganz gut im Griff. Jetzt sieht man sie schon, die Herren mit Krawatte, die Damen mit Perlen am Ohr die sich in der Innenstadt Plastiksackerl über die Hand stülpen und nach den dampfenden Ausscheidungen ihrer Lieblinge bücken. Da gehört schon viel Liebe dazu, für so einen Stilbruch.
Ich kann mir das gar nicht gut vorstellen wie sich das anfühlt. Einerseits… UND andererseits. Da ist mir das Gefühl von weich und warm im Plastiksack noch näher eigentlich als die Fähigkeit die Würde zu behalten mit einer Hand voll Scheiße.
Und Hund. Naja. Da gehört schon viel Liebe dazu denk ich mir, wenn ich die Herrerl und Frauerl seh, bei jedem Wetter an Strassenecken stehen, während der Bello seine Nase an Fremdurin reibt. Wieso kastriert man Hunde eigentlich nicht?
Zum Glück hat sich ja in den letzten Jahren durch einen unglaublichen Kraftaufwand auch in Wien was getan in Hinsicht saubermachen. Weil vor zehn Jahren waren wir, gefühlt, das Schlußlicht der westlichen Welt was den Umgang mit men's best friend's Stoffwechselprodukt betrifft. Fünfundvierzigtausend angemeldete Hunde – "Dunkelziffer gigantisch". Da erinnerte jeder Gang zum Supermarkt an Cross-Country im Minenfeld.
Mittlerweile wie gesagt ganz gut im Griff. Jetzt sieht man sie schon, die Herren mit Krawatte, die Damen mit Perlen am Ohr die sich in der Innenstadt Plastiksackerl über die Hand stülpen und nach den dampfenden Ausscheidungen ihrer Lieblinge bücken. Da gehört schon viel Liebe dazu, für so einen Stilbruch.
Ich kann mir das gar nicht gut vorstellen wie sich das anfühlt. Einerseits… UND andererseits. Da ist mir das Gefühl von weich und warm im Plastiksack noch näher eigentlich als die Fähigkeit die Würde zu behalten mit einer Hand voll Scheiße.
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Donnerstag, 16. September 2010
"küß mich und stell Dich neben mich"
savoytruffles, 17:28h
Vor Jahren habe ich noch gebannt den Berichten von Verwandten gelauscht, die urlaubshalber in Großbritannien geweilt hatten. Was für wunderbare Sitten dort bezüglich des Reihenbilden gepflogen würden, wie brav, wie ordentlich, wie freiwillig. Damals schien mir das auch einen großen Unterschied zu bei uns darzustellen, kann schon sein, dass sich die Situation auf Rolltreppen etwa auch wirklich gebessert hat seit dem, weil mittlerweile finde ich, findet man hierzulande auch Freude am queueing.
Ist ja auch ordentlicher. Und fairer. Dabei ist first come – first serve ja auch nur einen Schritt über der Schwächere gibt nach. Und wer sich heute um einen Platz in einem der begehrteren Kurse am Sportinstitut angestellt hat, der weiß vielleicht, dass das System noch offen für Verbesserungen ist.
Ich.
Ich bin z.B. dreieinhalb Stunden dort gestanden. Das sind 210 Minuten. Das ist eine Staffel Flight of the Conchords. Natürlich habe ich den Fehler gemacht, den viele gemacht haben: Nicht um 7 dort sein (zu früh), aber um 8 dort sein (früher als die anderen?). Ist natürlich ein Irrtum. Alle waren sie da um acht. Vor allem diese Mathematiker, einen Meter hinter mir in der Schlange. Drei Stunden postpubertäres Halbwissen. Zwischendurch waren die Biochemikerinnen vor mir lauter, als sie über diverse Praktika geschwärmt haben.
Es war also nicht lustig.
Das muss doch anders gehen. Stell Dir vor, da sind 500 Leute. Sagen wir es sind 1000 Leute gewesen, die zwischen 6 Uhr und 11 Uhr im Schnitt drei Stunden gestanden sind. Das sind 3000 Stunden Arbeitszeit, zum Beispiel. Es können auch 3000 Stunden Freizeit sein. So waren es jedenfalls 3000 Stunden Zeitverschwendung. In China hat eine Frau geklagt, ein 20minütiger Werbeblock im Kino hätte ihr unwiederbringlich Lebenszeit entwendet. Das Gericht hätte den Fall zumindest einmal angenommen.
Aber da ist doch Verbesserungspotential. Weil's Student_innen sind? Weil die eh schlafen würden, wenn sie nicht anstehen würden? Ist es echt wurscht, wenn so mit unserer Zeit umgegangen wird? Dabei arbeiten dort sicher 20 Personen, aber es gibt 5 Kassen um die Anmeldungen abzuwickeln. Die anderen öffnen und schließen schleusenartig Türen von strategischer Bedeutung oder kontrollieren Geburtsdaten und Leserlichkeit der Formulare, drucken ausgebuchte Kurse aus, beruhigen den Mob, was halt so zu tun ist.
Ungern verwende ich dieses Bild, aber da geht's ja zu wie im Realsozialismus. Der hatte auch Verbesserungspotential.
Leute wählen von zuhause aus und bezahlen Kleinwagen per online-Überweisung. Angeblich enden Beziehungen über Kurznachrichten und McFly wird in einer nahen Zukunft per Fax entlassen. Nur über dem UniversitätsSportZentrum liegt der Mief von zwei Jahrzehnten. Wird auch nicht mal Skateboarden angeboten.
Ist ja auch ordentlicher. Und fairer. Dabei ist first come – first serve ja auch nur einen Schritt über der Schwächere gibt nach. Und wer sich heute um einen Platz in einem der begehrteren Kurse am Sportinstitut angestellt hat, der weiß vielleicht, dass das System noch offen für Verbesserungen ist.
Ich.
Ich bin z.B. dreieinhalb Stunden dort gestanden. Das sind 210 Minuten. Das ist eine Staffel Flight of the Conchords. Natürlich habe ich den Fehler gemacht, den viele gemacht haben: Nicht um 7 dort sein (zu früh), aber um 8 dort sein (früher als die anderen?). Ist natürlich ein Irrtum. Alle waren sie da um acht. Vor allem diese Mathematiker, einen Meter hinter mir in der Schlange. Drei Stunden postpubertäres Halbwissen. Zwischendurch waren die Biochemikerinnen vor mir lauter, als sie über diverse Praktika geschwärmt haben.
Es war also nicht lustig.
Das muss doch anders gehen. Stell Dir vor, da sind 500 Leute. Sagen wir es sind 1000 Leute gewesen, die zwischen 6 Uhr und 11 Uhr im Schnitt drei Stunden gestanden sind. Das sind 3000 Stunden Arbeitszeit, zum Beispiel. Es können auch 3000 Stunden Freizeit sein. So waren es jedenfalls 3000 Stunden Zeitverschwendung. In China hat eine Frau geklagt, ein 20minütiger Werbeblock im Kino hätte ihr unwiederbringlich Lebenszeit entwendet. Das Gericht hätte den Fall zumindest einmal angenommen.
Aber da ist doch Verbesserungspotential. Weil's Student_innen sind? Weil die eh schlafen würden, wenn sie nicht anstehen würden? Ist es echt wurscht, wenn so mit unserer Zeit umgegangen wird? Dabei arbeiten dort sicher 20 Personen, aber es gibt 5 Kassen um die Anmeldungen abzuwickeln. Die anderen öffnen und schließen schleusenartig Türen von strategischer Bedeutung oder kontrollieren Geburtsdaten und Leserlichkeit der Formulare, drucken ausgebuchte Kurse aus, beruhigen den Mob, was halt so zu tun ist.
Ungern verwende ich dieses Bild, aber da geht's ja zu wie im Realsozialismus. Der hatte auch Verbesserungspotential.
Leute wählen von zuhause aus und bezahlen Kleinwagen per online-Überweisung. Angeblich enden Beziehungen über Kurznachrichten und McFly wird in einer nahen Zukunft per Fax entlassen. Nur über dem UniversitätsSportZentrum liegt der Mief von zwei Jahrzehnten. Wird auch nicht mal Skateboarden angeboten.
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